Geschichten für Leseratten
Nachdenkliche, Besinnliche und Traurige Geschichten I |

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Die Regenbogenbrücke |

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| Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf einer Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebter Hund auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht er zu diesem
wunderschönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken und es ist immer warmes
schönes Frühlingswetter. Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund und
spielen den ganzen Tag zusammen.
Die Tiere sind glücklich und zufrieden, und es gibt nur eine Kleinigkeit die sie
vermissen.
Sie alle sind nicht mit dem Menschen zusammen den sie so geliebt haben.
So laufen und spielen sie jeden Tag zusammen , bis eines Tages plötzlich eines von ihnen
innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden gross!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und rennt über das grüne Gras.
Die Füsse tragen es schneller und schneller.
Es hat Dich gesehen, und wenn Du und Dein Freund sich treffen nimmst Du ihn in Deine Arme
und hältst ihn fest.
Dein Gesicht wird geküsst und abgeleckt, wieder und wieder und endlich schaust Du wieder
in die Augen Deines geliebten Hundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war ,aber
nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet ihr gemeinsam das letzte Stück der Brücke des Regenbogens und ihr
werdet nie wieder getrennt sein.........
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| Im Tal des Regenbogens |

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| Kleines Seelchen in der Nacht,
hast mir so viel Glück gebracht,
musstest gehen, bist nun fort,
weit an einem schönen Ort.
Regenbogen, Wasserfall,
grüne Wiesen überall,
spielen, toben, frohes Treiben
hier willst Du ganz sicher bleiben.
Kleines Seelchen warte dort,
wart auf mich an diesem Ort,
eines Tages, Du wirst sehen,
werden wir uns wieder sehen.
Einmal wenn wir uns wieder sehen,
werden wir gemeinsam gehen,
in die Ewigkeit, ins Morgen,
hier gibt es nie wieder Sorgen.
Mensch, sei gut zu Deinem Tier,
denn gemeinsam wollen wir,
doch die Ewigkeit verbringen.
Kleines Seelchen in der Nacht,
hast mir oftmals Freude gemacht,
Dank, sag ich an dieser Stelle,
geh nun über diese Schwelle.
Geh nach Haus zu all den Lieben,
sieh sie warten auf Dich drüben,
mach Dir keine Sorg` um mich,
Seelchen, ich vergess` Euch nicht! |
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| Die Rückkehr zur
Regenbogenbrücke |

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| Ein kleiner Hund kam an der Regenbogen-Brücke an und ein
Rudel von Hunden kam sofort zu ihm hingelaufen, um ihn zu begrüßen. Er war darauf
gefasst, dass er nun angegriffen würde, aber das war die erste Meute, die nur mit dem
Schwanz wedelte anstatt ihn zu beißen. Sie küssten ihn einfach.
Es war wunderschön da und jeder war ganz lieb zu ihm. Keiner von ihnen wurde in einer
*Welpen-Fabrik* geboren, so wie er damals, und dann als Kampfhund benutzt, um dann in der
Gosse zu sterben, weil er eine hässliche Promenadenmischung war.
Sie erklärten, dass sie auf ihre Herrchen warten würden, die sie so geliebt hatten.
Was IST Liebe?, fragte der kleine
Hund und Gott lies ihn auf die Erde zurückkehren um das herauszufinden.
Warm und dunkel, er wartete zusammengekauert mit den anderen darauf, geboren zu werden.
Ängstlich wartete er bis zu letzt, als er dann an den Hinterfüssen herausgezogen wurde.
Unbehaarte Hände hielten ihn vorsichtig und trockneten ihn ab.
Sie zeigten ihm, wo es einen warmen Schluck mit warmer Milch gab. Er hatte nicht die Kraft
dazu, sich lange an der Zitze festzuhalten.
Seine Brüder und Schwestern waren weitaus kräftiger als er selbst und stießen ihn zur
Seite. Die Menschenhand drückte die anderen Welpen ein wenig zur Seite und hielten seinen
Körper, so konnte er trinken.
Aaaahhh .. so ist es besser! dachte
er und trank, bis er erschöpft war und zusammengekuschelt bei seiner Mutter eingeschlafen
war.
Ich erinnere mich genau daran sagte
er erfreut. Zu dumm, dass ich erwachsen werden musste
und hinaus in die Kälte und Nässe musste um dort zu kämpfen und als Verliererhund
sterben musste. Ich erinnere mich, was es heißt ein Hund zu sein.
dachte er traurig.
Diese Nacht kroch er auf seine Mutter und versuchte zu trinken, aber er fiel immer wieder
zur Seite weg.
Wenn die anderen vollgetrunken waren, dann wurde ihnen der Bauch geleckt und er konnte nur
noch die Restmilch trinken, die die anderen übrig gelassen hatten.
Aber die Menschenhand war nicht da, die ihm geholfen hatte, dass er auch noch was
abbekommen hatte, die Zitzen waren immer schon leer, als er an der Reihe war. Es war sogar
schon schwer genug, dass er aufstehen konnte. Er war noch so klein und schmächtig.
Er fiel auf den Rücken und konnte sich nicht mehr aufrichten. So begann er zu schreien.
Sofort kam ein Mensch herbeigeeilt und sofort war die Menschenhand wieder da und dann
gaben sie ihm einen Gumminippel in den Mund.
Es hat nicht so gut geschmeckt, wie die der Mutter, aber es war warm und vertrieb die
Schmerzen in seinem kleinen Magen. Er hatte Probleme mit dem Atmen, weil seine Lungen
nicht voll entwickelt waren. Er hatte einfach zu lange gebraucht um den anderen in die
Gebärmutter zu folgen als er die letzte Chance von der Regenbogenbrücke genommen hatte.
Er konnte den Herzschlag des Menschen spüren, der ihn zugedeckt mit einem warmen, weichen
Tuch auf den Bauch genommen hatte.
Das hielt seinen knochigen Körper schön warm und die wiederkehrenden sanften
Streicheleinheiten haben ihn sehr beruhigt.
Er dachte wieder an seinen neuen Freund, der so lieb an der Regenbogenbrücke zu ihm war
und Gott fragte, ob er wohl nochmals zurück dürfte.
Gott sagte : Ja, aber nicht jetzt. Du wolltest erleben,
was Liebe ist. So wurde er für einige Stunden Geboren ( es kam ihm
vor wie Tage aber er wusste ja nicht was Zeit ist und es war ja auch dunkel),und der
Mensch kümmerte sich um ihn, gab ihm seine Milcheinheiten und gab ihm die Wärme und
Liebe seiner Mutter wieder.
Er wurde größer und agiler und der Mensch nahm ihn immer öfters aus dem Nest um bei ihm
zu schlafen. Der Mensch liebkoste und küsste ihn und er konnte den Herzschlag hören, der
fest und lieb klang.
Dann kam Gott und fragte ihn: Bist du bereit zu uns auf
die Regenbogenbrücke zurück zu kommen?
Ja antwortete er, mit einer kleinen Wehmut, weil der Mensch ihn nicht
gehen lassen wollte und zu weinen begann.
Er ließ die Luft aus seinen Lungen und ging zurück über die Regenbogenbrücke.
Dort schaute er auf den Menschen, der immer noch weinte und seinen Körper in Händen
hielt, den er sich für diesen Ausflug geborgt hatte.
Danke Gott, sagte er. Liebe ist WUNDERBAR und nun werde
ich auch an der Regenbogenbrücke auf den Menschen warten, um ihm beim eintreffen zu
sagen, dass ich ihn auch geliebt habe. |
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| Die Geschichte von Lea |
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| Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin.
Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama
und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch
für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich
gestorben.
Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr
gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass ihnen das Geschrei
meiner Schwester und mir auf die Nerven ging.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns
aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst die Gerüche - wir sind in einem
"Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen,
andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen. Meine
Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich
aussehen, als wollten sie mit uns spielen.
Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt
uns hoch, um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind
grob und tun uns weh.
Oft hören wir sagen: "Oh, sind die süß, ich will eines", aber dann gehen die
Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell
gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist.
Als man sie am Morgen aus dem Käfig nimmt, sagen sie, sie sei krank gewesen und ich
sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises
Weinen, als mein kleines Schwesterchen einfach weggeworfen wird.
Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft ! Jetzt wird alles gut! Es sind sehr
nette Leute, die sich tatsächlich für mich entschieden haben. Sie haben gutes Futter und
einen schönen Napf dabei, und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den
Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hündchen.
Ich heiße jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich
freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches
Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen
und nichts ist schöner, als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige
Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, alles sei
gut, also entspannte ich mich.
Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, denn sie sahen ganz
bestürzt aus. Er sprach über schwere Mängel, Dysplasie E und Herz zwei. Auch erzählte
er von wilden Züchtern und sagte, dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden
seien. Ich habe nichts von alledem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so
traurig zu sehen.
Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber
mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg.
Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen
spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach
nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu
sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es "genetisch" und
"nichts zu machen". Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie
spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht.
Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen, um zu
trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.
Sie tragen mich ins Auto.
Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los ? War ich böse ? Sind sie am Ende böse auf
mich ? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen
aufhörten! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken, aber
wenigstens erreiche ich seine Hand.
Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich
fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der
Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas
weniger Schmerzen.
Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gott sei Dank, der Schmerz
geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.
Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen
Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück.
So sage ich meiner Menschenfamilie "Auf Wiedersehen" auf die einzige mir
mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Statt
dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war eben nur eine Händlerware.
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| Wie konntest Du ......? |

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| Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen
Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl
durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester
Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich
"Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den
Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.
Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst
furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an
jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und
Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam
machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich
bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du),
und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr
wartete.
Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und
auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich,
tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen
schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du
Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in
unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich
war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte
Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und
wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen
wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in
meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem
"Gefangenen der Liebe".
Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest,
zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen,
inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und
ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie
mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.
Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam
warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da
zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche
und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit
"Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem
Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir
zum Dorn im Auge.
Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet
in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl
für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine
einzige Familie.
Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und
Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest
"Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem
Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder
eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du
musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein,
Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen
um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und
Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied
hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und
die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.
Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon
seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes
Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du
nur?".
Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir
gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich
immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du -
dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen
sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und
mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das
vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem
eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.
Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete
hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie
hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung.
Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein
Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner
Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und
das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.
Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über
ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor
vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene
ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen
Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und
flüsterte "Wie konntest Du nur?"
Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so
leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür
zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch
missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem
Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner
letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben,
dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes
Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.
Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen. |
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| Ein Brief aus dem Tierparadies |

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| Mein Herrchen,
ich bin es, Bonnie, dein Hündchen, der Dir diesen Brief schreibt. Ich bin im Paradies der
Tiere. Als wir in den Urlaub fuhren, hieltest Du an und sagtest: "Steig aus Bonnie,
steig aus". Ich sprang aus dem Wagen und Du machtest die Tür zu und fuhrst fort.
Erst dachte ich, Du wolltest mir nur Angst machen, aber als ich Dein Auto in der Ferne
verschwinden sah, da wurde mir klar: Du hast mich ausgesetzt. Es überkam mich eine große
Angst und Traurigkeit. Ich lief Dir nach, aber ich konnte Dich nicht mehr einholen. Ich
lief und lief - ohne zu wissen wohin und dabei wurde ich von einem Auto angefahren und in
einen Graben geschleudert - ich konnte mich nicht mehr bewegen. Da lag ich nun
zusammengerollt vor Schmerzen, und in meiner Not habe ich Dich um Hilfe gerufen, aber Du
warst schon weit weg. Deinem Urlaubsziel entgegen. Nach langen Stunden des Leidens kam der
Tod und brachte mich in sein Reich. Nun bin ich hier im Tierparadies. Mein Herz ist so
traurig. Sag mir, warum hast du das getan? Hast Du mich so wenig lieb gehabt? Wir sind
sehr viele, die von ihren Familien ausgesetzt wurden, alle haben ein gebrochenes Herz.
Gott, der Dich und mich erschaffen hat, möge Dir verzeihen.
Dein Bonnie, der Dich so lieb hatte" |
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| Brief eines
Hundewelpen |

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| An Herrchen und Frauchen !
Heute bin ich gestorben.
Ihr habt genug von mir gehabt.
Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt.
Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen Stern geboren.
Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack.
Mein Halsband, das zu klein war und auch schmutzig, hat die Frau,
die mich über die Brücke zum Regenbogen geschickt hat, abgenommen.
Das und die kaum benutzte Leine, die Ihr hier gelassen habt,
wird ein anderer Welpe bekommen.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,
wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte ?
Ich wußte nur, dass es Leder ist, es lag vor mir auf dem Boden.
Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen, Hundespielzeug zu kaufen.
Meine Nase in das, was ich gemacht hatte, zu tunken,
machte mir nur ein schlechtes Gewissen, daß ich mich überhaupt lösen mußte.
Es gibt Bücher und Ausbilder, die euch erklärt hätten, wie ihr mir beibringt, zur Tür
zu gehen.
Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ich kein Flöhe in euer Heim gebracht hätte?
Ohne Anti-Floh-Behandlung konnte ich sie nicht loswerden,
auch wenn ihr mich für Tage im Hof gelassen habt.
Wäre ich noch zu Hause, wenn ich nicht gebellt hätte?
Ich habe nur gesagt: "Ich habe Angst, ich bin einsam, ich bin hier, ich bin hier!
Ich möchte euer bester Freund sein"
Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ihr euch die Zeit genommen hättet,
euch um mich zu kümmern und wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu
benehmen?
Wäre ich noch zu Hause, wenn ich euch glücklich gemacht hätte?
Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da erfreuen ?
Nach der ersten Woche habt Ihr keine Zeit mehr für mich gefunden,
aber ich habe all die Zeit damit verbracht, auf eure Liebe zu warten.
Heute bin ich gestorben. |
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| Der Neue |

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| Ich weiß noch genau die Stunde,
als du kamst in unsere Runde.
Schautest alle einzeln an.
"Diesen nehm' ich", sagtest du dann.
Hochgenommen auf den Arm,
ach, bei dir war's so schön warm.
Der Geruch, der war mir neu
und ich dachte voller Scheu:
"Was kommt jetzt wohl auf dich zu?"
die Frage ließ mir keine Ruh.
Ab ins Auto, schon ging's los,
wohin komme ich denn nun bloß?
Bald war diese Fahrt vorbei,
mir war alles einerlei
Denn vor Angst konnt' ich nur beben,
auf den Teppich ging der Segen.
Ins Körbchen setztest du mich nun,
sollte mich dort richtig ausruhn
Neugierig sah ich mich um,
ach es war doch auch zu dumm.
Keiner war zum Spielen da,
und nun wurde es mir klar:
jetzt bist du doch ganz alleine
hört denn keiner, dass ich weine?
Dann kamst du ins Zimmer rein,
sprachst ganz ruhig auf mich ein.
Mein ganzer Kummer war schnell verflogen,
sie waren weg nun, meine Sorgen.
Es war als hätte ich geträumt,
nun hatte ich einen großen Freund.
Viele Jahre sind wir nun zusammen,
gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen.
Meine Beine wollen heut oft nicht mehr,
das Laufen fällt mir gar oft schwer.
Ich will es nun doch einmal wagen
und es dir hier ganz offen sagen:
Wenn mein Herz mal nicht mehr schlägt,
großer Kummer dich bewegt.
Einen Trost in deinem Leid:
sie war schön mit dir, die Zeit!
Denke dann in stillen Stunden,
wieviel Liebe uns verbunden.
Einer war für den andern da
und zudem war es immer klar:
Eine Liebe, rein wie das Licht,
Mein Herz, das schlug doch nur für Dich |
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| Der Alte Kettenhund |
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| Ich bin allein; es ist schon Nacht
und stille wird's im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,
dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh.
Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gab's schon längst nicht mehr.
Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört,
und wüsst' mein Herr auch, was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.
Die Nacht ist lang,
zum zehnten Mal leck' ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.
Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück
und nie werd ich sie los.
Was Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg' ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei. |
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| Am Straßenrand |

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| Kleiner Hund, ich sah dich niemals spielen,
nur liegen,
am Straßenrand -
TOT...
Viele Tage
stellte ich mir die Frage:
Woher bist du gekommen?
Wohin hattest du gehen wollen?
Du kamst nie an
Wurdest du jemals geliebt?
Hast du jemandem gehört?
Wurdest du jemals gestreichelt?
Hat dich jemand vermisst?-
Ich glaube nicht.
Am Sttraßenrand du lagst,
nicht mal ein Grab
dir jemand gab...
Nur ein kleiner Hund,
ein toter Hund am Straßenrand...
Ich werde an dich denken!
Versprochen!
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| Ein Hund wartet |

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| Mensch, hier sitzt dein Hund und wartet,
zu ängstlich und zu hoffnungsvoll, einfach zu gehn,
seit Tagen sitzt er einfach nur an der Straße,
er wartet auf dich und kann nicht verstehn,
wieso du ihn einfach verlassen hast.
Er dachte, hier hältst du nur an auf ein Spiel ,
das war vor Tagen, und dann gingst du fort.
Voll Vertrauen, ganz sicher, daß du zurückkommst,
leidet er seither an diesem einsamen Ort,
an dem du ihn einfach warten läßt.
Und so legt er sich nieder und schließt seine Augen,
als er schwach wird vor Hunger, die Kehle wund.
Dir, Mensch, hätt' ich gewünscht, zu erleben,
wie er schließlich starb, dein wartender Hund -
den du einfach vergessen hast. |
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| Ich Vermisse Dich , mein Freund |

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| Du, mein Hund, bist tot und ich bin still,
weil mein Herz das einfach nicht überwinden will.
Ich vermisse Dich an jedem Tag,
das ist eine große Last, die ich in mir trag.
Ich habe über Deinen Tod schon viel geweint,
denn Du warst einfach mein Kumpel, mein Freund.
Meine Gedanken an Dich sind unermesslich,
denn Deine Art war einfach unvergesslich.
Mit Dir habe ich so viel Zeit verbracht
und des Öfteren über Deine Späße gelacht.
Ich erzählte Dir all meine Sorgen
und fühlte mich bei Dir geborgen.
Ich hatte Dir so viel zu sagen
an manchen schlechten Tagen.
Du warst für mich ein Lichtblick in dieser Welt
und nicht aufzuwiegen mit viel Geld.
Du warst mir immer sehr treu,
worüber ich mich auch heute noch freu.
Nun hast Du mich verlassen und ich bin noch hier,
ach wärst Du doch noch bei mir, mein treues Tier.
Du, mein bester Freund, bist nun für mich verloren
und stehst schon im Tierparadies vor den Toren.
Die letzten Tage hast Du sehr gelitten
und ich hörte Deine stillen Todesbitten.
Doch auch wenn der Tod letztendlich das beste für Dich war
komme ich mit Deinem Tod einfach nicht klar.
Ich habe getrauert über Deinen Verlust
und bin gefallen in einen tiefen Frust.
Ich werde Dich nie wieder toben sehen,
wie soll ich das nur jemals verstehen.
Ich hätte nie gedacht, dass Deine Zeit kommt so schnell schon,
aber Deine Krankheit trug Dich mir davon.
Du musstest einfach zu früh gehen,
aber das hätte ich auch ein paar Jahre später so gesehen. |
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| Der letzte Gang |

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| Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
Und quälende Pein hält mich wach -
Was Du dann tun mußt - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Daß Du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
Muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.
Wir lebten in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei!
Begleite mich dahin, wohin ich gehen muß.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
Bis meine Augen kommen zur Ruh.
Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
Es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist -
Der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es soll nicht sein, daß Dein Herz um mich weint |
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| Der Tag ist gekommen |

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| Der Tag ist gekommen,
und alles war wie immer.
Der Tag ist gegangen,
und nichts war mehr wie zuvor.
Der Tag ist gekommen und gegangen,
hat mich trauern lassen.
Der Tag ist gekommen und gegangen,
hat eine Lücke hinterlassen.
Der Tag ist gekommen und gegangen,
hat mir keine Zeit mehr gelassen.
Der Tag ist gekommen und gegangen,
an dem mein Hund starb. |
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| Mein zweiter Hund |
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| Manchmal such' ich nach Spuren
von einem kleinen Hund,
den du nie kennenlerntest.
In deinem Blick such' ich nach dem Freund,
der mich sein Leben lang liebte
und jedes Wort verstand.
Dir gegenüber ist das nicht fair;
denn du bist kein Ersatz für ihn,
du bist es, du selbst!
Du machtest es mir leichter, daß ich ihn verlor,
vertriebst den Schmerz und
brachtest mir mein Lachen zurück!
Ja, mein kleiner Welpe,
es ist dein Blick, der die Erinnerung an ihn
in mein Herz zurückruft,
doch deshalb wirst du nicht weniger geliebt -
du bist wie er und doch so anders,
und deshalb mir vielfach wert |
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| Nur ein Spielzeug |
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| Du hast in meine Augen gesehen,
da war es schon um dich geschehen,
Du hast mich mit nach Hause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.
Du hast mich stolz spazieren geführt,
die Bewunderung der Passanten gespürt.
Du hast mit mir getobt und gespielt,
und dich eine Weile glücklich gefühlt.
Dann hab ich auf den Teppich gemacht,
da hast du nicht mehr so freudig gelacht.
Dann musst du fort, ich weiß nicht wohin,
ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.
Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit,
ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit,
dann hab' ich vor Frust die Möbel zerkaut,
das war dir zuviel, und du wurdest laut.
Du hast von Erziehung und Härte gesprochen,
und ich habe deinen Zorn gerochen.
Du hast mich verbannt aus deinem Haus,
aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus,
Du hast mir Futter und Wasser gegeben
und gedacht, das sei genug für mein Leben.
Du hast ein neues Spielzeug gefunden -
hattest die Nase voll von uns Hunden.
Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh,
ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht,
mir nur noch meinen Fressnapf gebracht.
Dann hab' ich gewusst, bald ist es vorbei,
denn niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.
Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück.
Soviel Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich, warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.
Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzes Leben genommen.
Warum liebtest du mich? Hast mich niemals begriffen.
Hast auf alle meine Gefühle gepfiffen.
Dein Herz ist kalt, wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug bist du - arm... |
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