| Vier Jahre ist es nun her das ich mich auf
den Weg gemacht habe euch anzuschauen und um eine von euch mit nach Hause zu nehmen. Es
kommt mir vor wie gestern als ich mich auf den Weg gemacht habe.
Im Vorfeld stand eine fast zweijährige Suche nach einer kleinen roten Maus. Es war klar
für mich, dass ich ein neues kleines Mädchen brauchte. Eine kleine Prinzessin die mir
über den Verlust meiner geliebten Flash endlich hinweghelfen konnte.
Ich hatte mir natürlich einen ganz bestimmten Hund vorgestellt. Aro´s Golden Hawk sollte
und musste in der Abstammung sein, dass hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Fast zwei Jahre
habe ich gesucht, gewartet und wieder gesucht. Abstammungen in vielen Ländern
durchgegraben aber irgendwie konnte ich einfach nichts finden.
In Tschechien landete ich immer wieder auf der HP vom Kennel z Vejminku. Die
Gesichter der Puppies hatten es mir irgendwie angetan. Aber es war ja nicht das was ich
suchte.......
Inzwischen hatte die Suche zumindest einen Erfolg. Der geplante black & tan Rüde,
Happy Tan, war in Tschechien gefunden. Seinen Vater, Matchpoint´s Gazpacho,
von Petr Studenik Black
Petrs, durfte ich auf der Welthundeausstellung in Dortmund kennen lernen. Ein
toller Hund Petr!
Happy Tan war ein goldiger Kerl und die Fotos die mich erreichten halfen bei der
Entscheidung. Ich wollte ihn sehen und wenn er gefällt und der Funke
überspringt, mit nach Hause bringen.
Blieb noch immer das Problem, woher bekomme ich meine goldene Prinzessin.
Also wieder zu Pavels (z Vejminku) HP und sich damit schweren Herzens von
meiner Traumabstammung verabschieden.
Also das nächste Telefonat nach Tschechien. In schlechten Englisch die Frage an Pavel :
Sie haben ein rotes Mädchen auf Ihren HP, ist es noch zu haben?
Im ersten momennt Erleichterung Ja, es ist noch zu haben aber dann der Schock.
Das Puppy ist docked (Kupiert). Mist, ein kupiertes Puppy?
Nein, das ist es nicht, aber warum zur Hölle wird in Tschechien noch kupiert? Alles
Gedanken, die mir in dem Moment neben der Enttäuschung durch den Kopf schossen
Die nächste Aussage brauchte etwas, bis sie wirklich zu mir durchgedrungen war ich
habe zwei goldene Puppies, zwei Tage alt und wenn Interesse besteht, eines ist nach Japan
versprochen, das andere kann ich haben.....unkupiert. Sein Angebot, beide bleiben
unkupiert damit ich aussuchen kann.
Ich hätte es damals schon ahnen müssen, dass das nicht gut geht aber ich habe nur
schnell überschlagen und festgestellt das zwischen Happy Tan und den Mädels
ein Altersunterschied von knapp zwei Wochen ist. Ideal um beide zeitgleich nach
Deutschland zu bekommen
Es war also abgemacht, Anfang August sollte es nach Tschechien gehen. Die Zeit vorher war
angefüllt mit warten, sich immer wieder an den Bildern freuen, die als Mail kamen, mit
der Grenze sprechen, um zu erfahren, welche Bedingungen müssen die Puppies erfüllen, um
problemlos nach Deutschland zu kommen und vieles andere mehr.
An meinem Geburtstag war es endlich soweit. Erst noch das Geburtstagsessen und dann eine
Stunde schlafen bevor es losging. Herrchen musste noch nach dem Auto schauen und dann ging
es wirklich los. Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich fahre so weit für
Puppies, ich kenne dort kaum jemanden, wer weiß wie sie wirklich aussehen und natürlich
drängte sich auch der Gedanken von Hinterhofzuchten in meinen Kopf. Ebenso verfolgte mich
der Gedanke von Zigeunern und allerlei Geschichten die man gehört hatte.
Wie auch immer, ich war auf dem Weg um die Puppies zu sehen die mich auf den Fotos schon
so bezaubert hatten.
Bis Frankfurt ging alles glatt, kaum Verkehr und freie fahrt aber dann.............
Eine stinkende Qualmfahne die mein Auto hinter sich her zog zwang mich auf den nächsten
Parkplatz. Danach ein nettes Stelldichein mit dem ADAC und einer Werkstatt..
Herrchen hatte vergessen den Deckel wieder auf das Öl zu schrauben und der ganze
Motorraum war voller Öl. Es stank erbärmlich!
Nach vier Stunden ging es endlich weiter, mit frisch gewaschenem Motor und einem, diesmal
korrekt verschraubten Öldeckel. Nur der Gestank hat mich auf der ganzen Fahrt, und auch
noch einige Zeit später an diesen Aufenthalt erinnert.
Mit Verspätung und deutlich hinter dem gedachten Zeitplan ging es dann am Morgen über
die Grenze in Richtung Brünn. Das Land durch das die Reise ging erinnerte mich sehr an
Polen. Die Städte und Dörfer durch welche die Reise ging erzählen sehr viel über die
Menschen die hier wohnten. Zweifellos ein sehr armes Land.
Nun wurde mir auch klar das ich nicht nur die 4 std hinter meinem Zeitplan lag sondern das
ich die Entfernungen auch leicht unterschätzt hatte.
Nach langem suchen hatte ich dann endlich, am späten Nachmittag, mein Ziel erreicht. Der
Zwinger von Petr Studenik.
Petr war furchtbar nett und natürlich war mein Favorit Aro´s Beefeater, sein
Aro´s Golden Hawk - Enkel.
Petr rief dann den Züchter von Happy Tan an und informierte auch Pavel das
ich dann doch noch angekommen sei. Die Wartezeit, bis Happy Tan von seiner
Züchterin gebracht wurde, verging recht schnell dank netter Bewirtung und mehr als
freundlicher Aufnahme.
Als die Züchter mit den Puppies kamen war ich etwas enttäuscht, Happy Tan
war nicht mein Hund, der Funke der zu einer solchen Beziehung gehört wollte nicht
überspringen. Ich hätte allerdings sofort Petrs kleine black&tan Maus mitgenommen,
die uns mit ihrem goldigen Wesen in ihren Bann gezogen hatte. Nur leider war die nicht zu
haben.
Schade, aber ich hoffe und wünsche, dass du kleiner Happy Tan ein ganz tolles
Zuhause gefunden hast.
Trotz freundlicher Einladung zum Abendessen und deutlichen Ermüdungserscheinungen machten
ich mich wieder auf den Weg. Wieder zurück durch halb Tschechien führte der Weg zu
Pavel, begleitet von der angstvollen Frage : was ist wenn bei den beiden Mädels
auch der Funke nicht überspringen will?
Nach dieser Horrortour, über 24std unterwegs, endlich auf der Straße in einem kleinen
Dörfchen stand Pavel auf der Straße und winkte mich in seinen Hof.
Müde und etwas überfordert von der herzlichen Begrüßung ging es rein. Ich saß
schneller am Tisch als gedacht und statt -Hunde schauen- gab es erst einmal etwas warmes
zu essen.
Keine Chance der freundlichen Bewirtung zu entkommen und die Puppies zu sehen.
Nach dem Essen, endlich, Pavel verschwand nach hinten und kam zurück, in Begleitung von
zwei goldenen winzigen Puppies.
Das etwas größere Puppy, heute heißt die Spaßnase Quinja, kam sofort zu mir, auf den
Arm genommen, umfassten kleine Beinchen meinen Hals und ein kleines Näschen drückte sich
an mich, so als wolle sie sagen Mensch, wo warst du nur, ich habe die ganze Zeit nur
auf dich gewartet.
Es war liebe auf den ersten Blick. Im Grunde stand sofort fest, du kommst mit uns nach
Hause, du bist meine kleine Golden Fantasie.
Nach einer Weile inniger Begrüßung habe ich mich nach der anderen Maus umgesehen. Ich
wollte einen guten Hund mitbringen, also sollte ich mir die Nr. 2 doch auch mindestens
anschauen.
Das kleine Etwas saß auf dem Küchenboden und diesen Gesichtsausdruck werde ich wohl nie
vergessen. Es war, als wolle dieses kleine Mäuschen mir durch ihre abweisende und bockige
Haltung sagen ich weiß das ihr mir meine Schwester wegnehmt und mich hier lasst,
aber das ist mir egal, ich will nicht mit euch gehen.
Pavel hat das Mäuschen dann eingefangen und mir gegeben. Sie wollte mich kaum anschauen,
geschweige denn mich begrüßen.
Aber irgendetwas in diesem tief beleidigten Blick hat mich eingefangen, die Vorstellung
dieses Puppy nach Japan zu schicken war mir unerträglich. Im Gespräch kam dann raus, das
auch Pavel mit der Vorstellung nicht wirklich glücklich war.
Nur was sollte ich machen?
Ein black&tan Rüde und eine goldene Hündin sollte mitkommen. Was sollte ich also mit
Wurfschwersten für die Zucht ?????
Die Handyrechnung wurde hochgetrieben. Telefonate mit Herrchen Was soll ich
machen? Ich kann doch nicht beide............... "Aber sie sind
doch beide so süß..."
Wie auch immer, nach einigen Telefonaten und einem Gespräch mit Pavel stand es fest.
Beide kommen mit..........ich hätte es an sich ahnen müssen das es nicht gut gehen
konnte, zwei rote Mädchen und dann entscheiden müssen............
Sicher, es war verrückt, aber alleine die Vorstellung eine von beiden hier zu lassen war
unerträglich.
Fast den ganzen Rest der verbleibenden kurzen Nacht die Überlegung wie die kleine Maus
denn nun heißen soll. Zum Schluss dann die Idee Golden Sprit bevor dann doch
noch etwas an Schlaf zu denken war.
Der nächste Tag mit Pavels Hunden war entspannend und schön. 3 Filme wurden verknipst
und der Zeitpunkt Abschied zu nehmen rückte immer näher.
Am Abend wurde es dann Zeit aufzubrechen, das man die Kühle der Nacht zum Fahren nutzen
konnte.
Ich erinnere mich noch gut an Pavels Tränen, die die Kleinen auf ihrem Weg in ihr neues
Leben begleiteten, als er sie ins Auto gab.
Mit gemischten Gefühlen ging es in Richtung Heimat. Eines weiß ich heute, das Land in
das ich mit gemischten Gefühlen gefahren bin, hat bei mir einen tiefen Eindruck
hinterlassen. Ich hoffe, dass ich dort wieder hinfahren kann, weil ich mich dort wirklich
wohl gefühlt habe und alle Menschen die ich dort getroffen habe, waren von einer
Herzlichkeit und Freundlichkeit die ich hier oft misse.
Eines weiß ich, mit den beiden Spaßnasen ist ein kleines Stück von mir in Tschechien
geblieben, was gerne dort hin zurück möchte.
Die Rückfahrt war lang aber zum glück ohne unangenehme Überraschungen.
Zuhause angekommen stellte man erst einmal richtig fest wie klein die beiden Spaßnasen
wirklich waren. Man konnte beide problemlos in einen arm nehmen.
Sie haben sich beide zwischen den anderen sofort wohl gefühlt und neugierig ihre neue
Umgebung erkundet.
Von vornherein wurde schnell klar das wir uns in den beiden getäuscht hatten. Wir waren
erst der Meinung Spirit ist die sensiblere von beiden und Quinja ist der Draufgänger.
Es stellt sich schnell heraus das es genau umgekehrt ist, Spirit hat den stärkeren Kopf,
geht zu allem und hat einen unerschütterlichen Willen. Quinja ist die schüchterne , die
vorsichtigere.
Die Zeit bis heute ist wie im Flug vergangen. Die Trauer um Flash ist noch da aber die
beiden Spaßnasen haben es geschafft ein so wichtiger Teil in meinem Leben zu werden das
ich endlich mit dem vergangenen abschließen konnte und dankbar zurück schauen kann.
Die Zukunft gehört nun den neuen Hunden an meiner Seite und ich schaue mich nicht mehr so
oft suchend um weil ich glücklich bin das diese beiden mein Leben bereichern.
Unsere beiden Prinzessinnen wuchsen zu schicken Junghündinnen heran. Sie haben
Ausstellungen erfolgreich besucht und sind, entgegen aller Unkenrufe die sind ja
viel zu klein, elegante Cockermädchen geworden.
Beide haben einen unwiderstehlichen Charme wenn sie nebeneinander sitzen und die eleganten
Köpfchen auf die Seite legen. Inzwischen sind sie stolze Mütter geworden, natürlich,
wie sollte es auch anders sein, gemeinsam. Beide haben ihre ersten Kinder, Quinja 9 und
Sprit 7, mit einer selbstverständlichkeit groß gezogen die ihrem tollen Wesen
entspricht. Sie haben zu meiner großen Freude ihren Kindern auch viel von ihrer eigenen
Persönlichkeit mit auf den Weg gegeben.
Ich bin jeden tag froh und dankbar das diese zwei Spaßnasen mich durch ihre ganz
besondere art erfreuen und das sie beide an meiner Seite sind. |
| Es sagte einmal die kleine Pfote zur großen
Hand:
Du große Hand, ich brauche dich,
weil ich bei dir geborgen bin.
Ich spüre deine Hand,
wenn ich wach werde und du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
wenn du mir hilfst die Welt zu entdecken,
wenn du meinen Tag und mein Leben begleitest,
wenn ich zu dir kommen kann wenn ich Angst habe oder es mir schlecht geht.
Ich bitte dich : Bleib in meiner Nähe und halte mich.
Und es sagte die große Hand zur kleinen Pfote:
Du, kleine Pfote, ich brauche dich,
weil ich von dir ergriffen bin.
Das spüre ich,
weil ich viele kleine Handgriffe für dich tun darf,
weil ich mit dir spielen und herumtollen darf,
weil ich dein vertrauen und deine liebe als Geschenk erhalte,
weil ich mit dir kleine, wunderbare dinge entdecke,
weil ich dich spüre und ich dich lieb habe,
weil ich mit dir wieder bitten und danken lerne.
Ich bitte dich : Bleib in meiner Nähe und halte mich. |
| Gestern Abend kam Erik mit Dir nach Hause. Er
sagte das Du von einem anderen Hund angegriffen worden bist. Du hättest nicht gehorcht
als er Dich gerufen hat sagte Erik. Ich habe sofort geschaut ob Dir etwas passiert ist.
Aber zum glück war es nur ein kleiner Kratzer.
Es ging mir nicht aus dem Kopf. Du, ein Hund der immer gehorcht soll nicht gehört haben?
Ich habe den Gedanken verdrängt, weit weg geschoben, habe Erik gesagt: er ist halt
alt, er hört nicht mehr so gut, oder vielleicht mag er auch nicht mehr hören, außerdem
wenn er angegriffen wurde.....
Alles gute Argumente nicht genau hinzuschauen, es weit weg zu schieben.
Heute habe ich Dich dann fertig gemacht. Du sollst endlich mal wieder in den Showring.
Als wir fertig waren und ich Dich raus gelassen habe konnte ich es nicht mehr verdrängen.
Ich musste erkennen was ich nicht wollte. Deine Ohren, sonst immer so aufmerksam auf meine
Stimme hörend waren ruhig, bewegten sich nicht als ich Dich angesprochen habe, als ich
Dir die Geschichte von den Häschen erzählt habe, die Geschichte die Dich immer dazu
gebracht hat den Kopf schief zu legen und die Ohren zu verrenken. Du hast dann immer
angefangen zu fiepen und bist total verrückt geworden. Heute allerdings blieben deine
Ohren ruhig und du hast in den Garten geschaut, hast mich nicht wahr genommen weil ich
hinter dir gestanden habe. Ich habe es dann noch ein paar mal versucht. Ich habe dir in
die Augen geschaut, und auch da musste ich erkennen das dein Blick nicht mehr so klar ist
wie er einmal war.
Es ist schwer zu erkennen Rusty, schwer zu akzeptieren das dein Alter sich nun
unerbittlich gemeldet hat. Es ist schwer zuzugeben das du fast nichts mehr hörst, bald
taub bist. Sicher, Du hast mich immer verstanden, hast mir zugehört und wirst auch jetzt
einen weg finden mir weiter zuzuhören. Ich werde lernen müssen mich Dir verständlich zu
machen, wir beide werden eine neue Art finden uns zu unterhalten.
Ich weiß das wird das kleinste Problem sein.
Viel schwerer ist für mich zuzugeben das Du Alt geworden bist, zu erkennen das die Zeit
die wir beide zusammen haben werden wahrscheinlich nicht mehr so lange sein wird.
Erinnerst du dich als ich dich geholt habe? Es ist jetzt gute 11 Jahre her. Du hast uns
bald zum Wahnsinn getrieben weil du auf der ganzen Fahrt gejault hast. 900km strapazieren
die Nerven recht gut wenn ein kleiner Springer einem die Ohren voll heult. Als wir endlich
zuhause waren hast Du dich umgeschaut und festgestellt: hier bleibe ich.
Zu der zeit waren noch Topas und Cherie deine Begleiter. Ich weiß das du dich an sie
erinnerst denn ich erinnere deine Trauer nur zu gut als die beiden uns verlasen haben.
Zuerst ging Topas in der du deine Mutter gesehen hat. Es war schon witzig zu sehen wie du
dich vor dieser kleinen Cockermaus unterworfen hast. Du Riessenkalb, was du damals warst.
Topas brauchte Dich nur anzuschauen und du warst ganz klein.
Als sie weg war hast du so verzweifelt nach ihr gesucht, Du hast uns in jeder Minute an
den Verlust erinnert wenn du Raum für Raum abgesucht hast und nicht verstanden hast wo
sie ist und warum wir sie Dir denn nicht wiederbringen. Du hast ihre Stimme auf dem Video
noch Jahre später erkannt und Dich dann ganz nah vor den Bildschirm gesetzt und sie
beobachtet.
Als Cherie ihr ein paar Jahre später zur Regenbogenbrücke gefolgt ist hast du nicht
gesucht. Ich habe es dir angesehen, Du hast bescheit gewusst das sie nicht mehr kommen
wird.
So war es auch als deine kleine Flash uns vor zweieinhalb jahren viel zu früh verlassen
hat. Du warst bei ihr und hast darüber gewacht als sie eingeschlafen ist.
Nun Rusty, nun habe ich furchtbare Angst, Angst das du der nächste bist den ich zur
Regenbogenbrücke gehen lassen muss.
Erinnerst du dich an deine Ausbildung? Die Stunden in denen du mit Begeisterung gelernt
hast?
Du warst unermüdlich und kaum zu bremsen. Du hat fast einen Kopfstand an der Leine
gemacht bis du endlich losgelassen wurdest, suchen durftest und beweisen durftest das du
so gerne mitarbeitest.
Erinnerst du dich an deine Eignungsprüfung als Rettungshund?
Du warst 8 Monate, an sich viel zu jung für die Prüfung. Aber du hast allen das
Gegenteil bewiesen, hast gearbeitet mit einer Begeisterung die seinesgleichen sucht. Der
Richter war von deinem Tempramennt und deinem Sucheifer begeistert.
Und dann meine verrückte Idee dich zur JEP zu bringen. Wir hatten so gut wie keine Zeit
dich vorzubereiten. Du warst 11 Monate alt und hattest noch nie einen Hasen im Wald
apportiert oder eine Ente im Wasser.
Du hast den Hasen gebracht, ich erinnere mich gut an die angst die ich hatte nachdem ich
dich geschnallt hatte, die Unsicherheit :ob er das macht? und an das vertrauen
das ich in deine Leistungsfähigkeit hatte. Du bist in Rekordzeit zurück gewesen, mit dem
Hasen.
Am Wasser hat mich der Richter gefragt, nachdem du uns fast alle ins Wasser gerissen hast,
ob bei Dir Terrier eingekreuzt währe. Alle haben dich mal wieder bewundert, wegen deiner
Einsatzfreude, deinem Willen zu arbeiten und wegen deinem Temprament.
Bei der AP warst du auch ganz groß Rusty. Zwar hattest du dich zu der Zeit schon
entschieden das du nur auf der Menschenspur laut bist aber es war schon toll zu sehen wie
du gearbeitet hast. Nur aus dem Wasser, da hättest du schneller wieder raus kommen sollen
und nicht erst nach 5 min.
Du warst auch auf Ausstellungen genau so begeistert dabei wie bei der Arbeit. Wenn ich
dich gelobt habe weil du mal wieder gewonnen hast bist du hoch gesprungen, höher als ich
groß bin, hast meinen Arm gepackt und mir in deiner überschäumenden Freude manchen
blauen Fleck verpasst.
Erinnerst du dich? Der Ehrenring in Dortmund als du Europasieger geworden bist? Die
Menschen haben geklatscht weil du so toll gelaufen bist und ich dachte ich breche zusammen
weil ich dir kaum folgen konnte.
Drei Welthundeausstellungen haben wir besucht und auf zweien bist du in die Platzierung
gekommen. Im letzten Jahr in Dortmund hast du alter Kerl in der Championklasse noch ein V
bekommen und vor zwei Jahren in Lüttich noch ein CACIB. Du hast viel gewonnen und es hat
dir so viel Spaß gemacht wie die Arbeit. Dir hat alles Freude gemacht, du hast es getan
weil du es liebst gelobt zu werden und du es mir immer recht tun wolltest.
Du warst ein Rettungshund Rusty, wir sind bei Tag und Nacht, ob Sonne oder Schnee gerufen
worden wenn Menschen in Not waren. Du hast bei so vielen Einsätzen unermüdlich gesucht.
Ich bin mir sicher das du genau wusstest das es ernst war, das dann keine zeit für
Spielereien war.
Du hast dir bei einem Einsatz das Vorderfußwurzelgelenk zertrümmert aber das konnte dich
nicht hindern weiter zu suchen. Nach zwei std. hast du gefunden aber das dein Bein
gebrochen war hab ich erst zuhause gemerkt. Der Tierarzt hat damals gesagt das du nie
wieder richtig laufen wirst.
Erinnerst du dich daran wie froh wir waren als du wieder in Einsätze gegangen bist, als
du im Showring wieder deine Runden gerannt bist, ohne zu humpeln?
Keiner hätte es geglaubt aber du hattest es mal wieder geschafft alle zu verblüffen und
wieder auf die Beine zu kommen. Sicher, wir haben alles für dich getan aber letztendlich
war es dein Wille, denke ich, der dir geholfen hat den schmerz zu besiegen und wieder
laufen zu wollen.
In Kassel, wir hatten uns gerade deine Kinder angesehen, hast du dir einen Stock in die
Zunge und in den Hals gerammt. Auf dem weg in die Klinik bist du uns fast verblutet und
ich habe schon befürchtet das ich statt deiner deinen Sohn mit nach Hause nehmen muss.
Aber auch diese Verletzung hast du ebenso überstanden wie den Beckebbruch den du dir bei
einer Trümmersuche zugezogen hast. Du warst mal wieder wie immer zu schnell als du durch
die Trümmer gefegt bist und ich war unaufmerksam, habe dich viel zu spät gebremst.
Mit 8 Jahren habe ich dich aus der Arbeit genommen. Du hast es vermisst, das weiß ich
aber ich wollte dich alt werden sehen, dich nicht verheizen.
Letztes Jahr durftest du noch einmal mit zur Rettungshundestaffel. Du konntest es noch. Du
hast es allen mal wieder gezeigt, hast ihnen gezeigt wie schnell und sicher ein guter Hund
in der Lage ist zu finden, wie wichtig es sein kann um Leben zu retten einen Hund wie dich
zu haben.
Nun sitze ich hier und denke an die langen Jahre zurück, denke daran wie viel wir
zusammen erlebt haben, sehe dich an und erkenne zum ersten mal das du nun wirklich alt
wirst, das sich die zeit nicht mehr leugnen lässt, die Jahre die du gelebt hast haben nun
sichtbare spuren hinterlassen. Sicher, du bist noch hier und wir werden noch viele
glückliche stunden erleben dürfen denn du bist gesund. Nur für mich ist es hart zu
erkennen das unsere Zeit nun in die letzte Phase geht. Dein Leben ist ruhiger geworden,
und der große Ehrgeiz den du einmal hattest ist einer ausgeglichenen Ruhe gewichen. Du
genießt die Sonne und das spazieren gehen aber du überforderst dich nicht mehr. Ich muss
dich nur noch bremsen wenn ein Bällchen ins spiel kommt. Wenn du schläfst und träumst
frage ich mich oft ob du dich auch erinnerst, erinnerst an die vergangene zeit, an das was
wir zusammen erlebten.
Ich bedaure das sich im Alter für dich keine Hündin mehr interessiert hat, sonst hätte
ich vielleicht einen Sohn von dir der mich, wenn ich dich einmal gehen lassen muss, immer
an dich erinnern würde, in dem du ein wenig weiter lebst.
Ich habe nur noch einen Wunsch Rusty, das du gesund bleibst und das wir die Zeit die wir
noch zusammen haben werden, gemeinsam so intensiv erleben dürfen wie wir die vergangenen
Jahre zusammen erleben durften. |
Es war bisher ein ganz normaler Morgen. Ich, Topas, habe
mit den anderen im Garten gespielt aber es ist viel zu heiß um länger als 5 min
durchzuhalten. Also sind wir schnell ins kühle Haus geflüchtet. Wir haben gerade unser
Frühstück bekommen als dieses komische Telefon geklingelt hat.
Frauchen fängt an sich umzuziehen und Sachen zusammen zu packen. "Hey, ich weiß es,
gleich geht es los, das sind die Sachen die sie immer anzieht wenn meine Nase und mein
Suchwille gefragt ist." Wir alle sind nun in heller Aufregung.
Endlich, Frauchen ist fertig und Rusty und ich dürfen mit.
Als wir ins Auto springen trifft uns fast der schlag so heiß ist es schon.
Nach einer, zum glück, kurzen Fahrt sind wir da. Raus aus dem Auto und kurz umgeschaut.
Die anderen Freund aus der Staffel sind auch schon da aber wir sind nicht auf dem Platz.
Die Spannung die zu spüren ist zeigt mir immer mehr das wir uns heute keinen Fehler
erlauben dürfen. Es ist unerträglich heiß, der Asphalt brennt unter unseren Füßen als
wir uns auf den Weg zum Waldrand machen.
Rusty und ich sollen auf dem Hügelkamm suchen. Dichte Dornenhecken ziehen sich überall
durch die wiese. Ich schiele schnell zu Dojan und Sita. Natürlich weiß ich wo jeder der
anderen ist aber die beiden haben glück, sie dürfen am Bach suchen. Da würde ich auch
viel lieber laufen als hier oben wo es so heiß ist.
Nachdem wir uns alle aufgestellt haben geht es los. Leinen ab und suchen.
Die Hecken sind wirklich dicht. Nur hier und da ist ein Einschlupfloch von den Kaninchen.
Also teilen wir uns die Arbeit. Rusty draußen und ich zwänge mich durch die Hecken.
Frauchen hat zum glück genug Wasser mitgeschleppt um uns ständig wieder Abkühlung zu
verschaffen. Trotzdem wird es sehr schnell zur Qual für alle unter den Bedingungen zu
suchen. Ständig taucht wieder der Hubschrauber über uns auf und es wird immer heißer.
Endlich, Frauchen hat es nach einer kurzen Pause durchgesetzt das wir nun am Bach suchen
dürfen. Hui, zuerst einmal ins Wasser aber dann schnell wieder zusammenreißen und weiter
suchen.
Nach endlosen Stunden in der Hitze, wir alle können nicht mehr der Abbruch der Suche.
Wieder ins heiße Auto und nach hause. Endlich ins kühle !!!!
Frauchen macht und sauber und zieht uns Pieksende Dornen aus Pfoten und Fell. Dann endlich
schlafen. Sicher, wir haben heute nicht gefunden aber ich weiß genau das Frauchen sehr
stolz auf uns und sehr zufrieden mit unserer Leistung ist.
Seit Tagen regnet es in strömen und es ist kalt und windig. Es ist
Herbst und unsere Topas ist nicht mehr an meiner; Rustys, Seite. Ich vermisse sie sehr
aber ein kleiner schwarzer Wirbelwind, Magic, begleitet uns nun seit etwa 6 Monaten.
Seit gestern Abend weiß ich das es zum Einsatz gehen wird. Frauchen hat alles notwendige
zusammen gepackt. Die 5 Meter bis zum Auto durchnässen uns fast schon völlig so sehr
regnet es. Heute kommt zu meiner großen Überraschung auch Magic zum ersten mal mit uns.
Sie soll es sich nur anschauen sagt Frauchen.
Am Treffpunkt dann ein schnelles aufteilen und dann zur suche. Die Wege haben sich in
sprudelnde kleine Bäche verwandelt und es geht ein kalter Wind. Unser erstes Suchgebiet
ist eine Kiesgrube mit einem See. Magic wühlt sich begeistert durch den Schlamm während
ich, entgegen Frauchens Anweisung, in das kalte Wasser des Baggerlochs springe und von
dort die Fläche absuche. Nachdem wir die schlammwüste abgesucht haben geht es weiter in
den Wald. Die kleine hält toll mit und ich bin froh wieder eines von den Mädels an
meiner Seite zu haben, Wir werden bestimmt ein genau so tolles Team werden wie Topas und
ich es waren.
Mitten im Wald bekomme ich Witterung, ziehe ab bis Frauchens Ruf mich bremst.
Mensch Frauchen, ich weiß genau das da hinten das ist was wir suchen. Ich bin sehr
aufgeregt aber Frauchen will nicht das ich weiter gehe. Ich weiß auch warum, ich bin
schon fast zu weit weg. Aber was soll ich machen, ich weiß doch wo ich hin muss, wo ich
finden werde.
Frauchen ruft mich rein, sagt über funk irgendetwas von einem Steinbruch den sie von hier
sehen kann und S draht der mir den weg versperren würde. Sicher, diesen Überhang habe
ich auch gesehen und ich bin sicher das ich da runter gekommen währe hätte Frauchen es
nicht verboten.
Frauchen lobt mich und wir warten. Kurz darauf höre und wittere ich das sich Benni mit
seinem Frauchen von der anderen Seite der stelle die ich von hier aus wahr genommen habe
nähert. Frauchen meint es ist auf der anderen Seite des Tals.
Ja, er zeigt an, er hat gefunden. Frauchen lobt mich und sagt mir wie gut ich war.
Natürlich bekommt auch die kleine ihr lob. Durchnässt und eiskalt geht es dann schnell
nach hause in eine warme Badewanne und dann vor die Heizung. |